[Nachbericht] Das war die Frankfurter Buchmesse 2018

Vom 10. bis 14. Oktober fand wieder die Frankfurter Buchmesse statt. Für die meisten ist dies der Abschluss der Convention-Saison – und was für einer! Wir waren für euch vor Ort, und haben uns dieses Mal sogar auch die Fachbesuchertage angeschaut!

Was wir dort erlebt haben, haben wir hier für euch zusammengefasst.

 

Die Messe

Auf ihrer Seite schreibt die Buchmesse über sich in einer Pressemitteilung: “Fünf Tage lang war Frankfurt der weltweit größte Handelsplatz für Inhalte und Geschichten.” Diese Aussage wird durch Zahlen untermauert.
Bei etwa 7.500 Aussteller aus insgesamt 109 Ländern gab es viel zu entdecken!
In Halle 3 war die Populärliteratur zu finden, im oberen Stockwerk ergänzt um Spirituelles und Ratgeber. In Halle 4 fanden sich Sachbücher, Kunst, Schreibwaren und Dekoartikel. Halle 5 und 6 beherbergten wie gehabt die internationalen Verlage. Dieses Jahr fiel allerdings auf, dass die gewohnte Trennung nicht mehr ganz so deutlich war. Im Forum war die Präsenz des Gastlandes zu finden: in diesem Jahr Georgien mit einer Installation aus Buchstaben des georgischen Alphabets.

Mit circa 285.000 Besuchern war im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 0,5% zu verzeichnen, dennoch waren in diesem Jahr insgesamt mehr Privatbesucher vor Ort, während weniger Fachbesucher gezählt wurden. Rund 10.000 akkreditierte Blogger und Journalisten besuchten die Frankfurter Messe.

Harry Potter Rekordversuch

Ein Programmpunkt, der Cosplayer und normale Besucher zusammenbrachte wie kein anderer war wohl der Harry Potter Weltrekordversuch am Samstag Nachmittag: Die meisten als Harry Potter verkleideten Personen an einem Ort. Anlass hierfür war das zwanzigjährige Jubiläum der deutschen Übersetzung.
Die Kriterien, um als Teilnehmer gezählt zu werden, waren die für Harry Potter typische Brille, die blitzförmige Narbe auf der Stirn, und ein schwarzer Zauberumhang. Leider konnte der Rekord von 997 Personen letzten Endes nicht erreicht werden, dennoch war das Mini-Event ein Highlight für jeden Harry Pottr Fan!

Cosplay & Co

In Halle 1 wurde dieses Jahr nicht alles richtig gemacht – aber doch vieles verbessert. Im Vergleich zu 2017 wurde deutlich mehr des vorhandenen Raumes in der Halle genutzt. Es gab in diesem Jahr dort erstmals ein Maid Café, und natürlich wieder Stände verschiedener Conventions und Vereine wie Animexx, der Cosday und die Wie.MAI.KAI. Auch das Angebot an Händlern scheint vergrößert worden zu sein und insbesondere der neu hinzugefügte Zeichnerbereich sorgte bei vielen Besuchern für Begeisterung. Sogar ein Games-Bereich war vorhanden, der hauptsächlich von der Wie.MAI.KAI bereitgestellt wurde. An den Seiten waren zudem Chill-Areas eingerichtet, in denen Cosplayer die Möglichkeit hatten in Ruhe eine Pause einzulegen. Mit all diesen Änderungen ist zwar noch lange nicht das Maß der MCC auf der Leipziger Buchmesse erreicht, es geht aber in eine erfreuliche Richtung! Für die Allermeisten Cosplayer mit denen wir im Rahmen unseres MesseInsides gesprochen haben, sind diese Änderungen aber auch längst überfällig! Wir sind gespannt, wie sich halle 1 im nächsten Jahr weiterentwickeln wird und hoffen, dass die Veranstalter das Angebot für Cosplayer weiterhin verbessern werden!

Dennoch gibt es auch noch andere Punkte an denen gearbeitet werden kann: Der Waffencheck war noch immer verbesserungswürdig – das bunte Klebeband zur Markierung von „regelkonformen Waffen“, zerstörte beim Abziehen die aufwendige Bemalung so mancher Cosplayrequisite. Außerdem gab es scheinbar keine Kontrollen für die in den Hallen zu kaufenden Waffen, was viele Besucher verwunderte. Hier wünschen sich viele Besucher eine Orientierung an Messen wie der Dokomi, bei der farbige Kabelbinder zur Markierung genutzt werden, welche die verschiedenen Cosplay-Requisiten nicht beschädigen und Rückstandslos wieder entfernt werden können!

Ein weiterer Diskussionpunkt, der wohl jedes Jahr wieder Thema ist: Ungefragte Fotos von Cosplayern! Wie in jedem Jahr haben sich einige Cosplayer regelmäßig über Besucher geärgert, die sie beim Essen, Pause machen oder im Vorbeigehen fotografierten. Wenn besagte Personen auf den Sachverhalt aufmerksam gemacht wurden, antworteten Viele, dass ihnen gar nicht bewusst gewesen sei, dass dies nicht in Ordnung ist. An dieser Stelle sehen wir Handlungsbedarf seitens der Buchmesse! Andere Messen wie der CosDay² oder die LBM machen es vor: Hinweise in Programmheften und Schilder haben die Situation auf diesen Veranstaltungen bereits deutlich verbessert!

DCM

Wie in jedem Jahr war das Finale der Deutschen Cosplaymeisterschaft eines der unumstritten Highlights der Messe – zumindest aus Sicht der Cosplayer. Es wurde wie gewohnt am Sonntag der Messe im Saal Harmonie ausgetragen und lockte zahlreiche Zuschauer an.

Das Treppchen belegten in diesem Jahr:
Platz 1: Anna S. als Link (The Legend of Zelda: Breath of the Wild)
Platz 2: Miriam S. als Verka Serduchka (Teilnehmer beim Eurovision Song Contest 2007)
Platz 3: Christina F. als Oma Tala (Vaiana)

Zudem hat das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung am Samstagnachmittag an seinem Stand ein Panel zur DCM abgehalten. Dort war unter anderem das aktuelle deutsche WCS-Team Felix Felicis anwesend, um über Erfahrungen und Hintergründe rund um die DCM und Cosplay im Allgemeinen zu erzählen.

Fachbesuchertage

In diesem Jahr haben wir es aber nicht nur am Wochenende auf die Messe geschafft! Auch an den Fachbesuchertagen ist die Messe für einige Auserwählte zugänglich. Durch die Hallen kann man sich von Mittwoch bis Freitag natürlich deutlich entspannter bewegen, als am Samstag und Sonntag, allerdings wird man in diesem Zeitraum dort keine Cosplayer antreffen. Insofern eine kleine Warnung vorab: Die Messe ist unter der Woche deutlich anders als am Wochenende. Wenn man nicht an den Fachinhalten interessiert ist, wird man an den Fachbesuchertagen nicht viel Freude haben. Wenn man Interesse daran hat, ist es dafür fast besser als am Wochenende. Man kann sich im Grunde von Messeöffnung bis Messeschluss bei Autoreninterviews, Buchvorstellungen, Vorträgen, Panels und Lesungen inspirieren lassen. Insgesamt findet man im Veranstaltungsverzeichnis über 3000 Veranstaltungen, die auf alle 5 Tage verteilt sind. Große Themen waren in diesem Jahr die künstliche Intelligenz und anlässlich der DSGVO auch der Datenschutz. Dies schlug sich auch in den Kunstwerken nieder, die man in Halle 4 bestaunen konnte. Eine Installation beispielsweise bestand aus Kameras und “Künstlichen Intelligenzen”, die Alter, Geschlecht und Stimmung des Betrachters analysieren sollten.

Ein ganz neues Projekt war die Science Fiction Lounge Ursula, die am frühen Freitagabend im Frankfurt-Pavillon stattfand. Hier wurde in einer Gesprächsrunde mit mehreren Autoren des Genres die Bedeutung von Science Fiction für Literatur und Gesellschaft diskutiert.

Auch am Samstag und Sonntag gab es selbstverständlich noch Lesungen, Vorträge und Autogrammstunden. Bei einer besonders gut besuchten Gesprächsrunde, bei der wir ebenfalls vor Ort waren, erzählten die drei Fantasy-Autoren Sam Feuerbach, Mira Valentin und Greg Walters interessierten Besuchern etwas über ihre Gewohnheiten in Sachen Weltenbau. Es war wirklich spannend, den dreien zuzuhören, da sie viel Leidenschaft und Herzblut in ihre Bücher stecken. Hier ließ sich definitiv der eine oder andere gute Tipp für angehende Autoren mitnehmen. Das ganze war in der Tat so spannend, dass der Gang um den Stand herum halb von neugierigen Zuschauern versperrt war. Damit ist am Wochenende allerdings überall zu rechnen. Des Weiteren sei erwähnt, dass Auftritte besonders auch außerhalb der Buchbranche bekannter Autoren und anderer Prominenter meistens auf das Wochenende gelegt werden.

 

Insgesamt hat die Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr wieder einiges richtig gemacht. Neben vielen interessanten Programmpunkten und Lesungen waren vor allem für Cosplayer viele Neuerungen bemerkenswert. Wir sind auf jeden Fall gespannt, wie die FBM sich in Zukunft entwickeln wird und freuen uns wenn es vom 16. bis 20. Oktober wieder heißt: Frankfurter Buchmesse!